Sind wir erst einmal einer solchen toxischen Person verfallen, wird es für uns immer schwerer, loszulassen. Unsere Freunde sagen uns, dass er nicht gut für uns ist, dass er uns nicht verdient hat und im Grunde wissen wir das ja selbst. Dennoch können wir einfach nicht loslassen. Tatsächlich kann die Trennung von einer solchen Person mit einem Drogenentzug gleichgesetzt werden. Auf irgendeine Weise macht uns diese Person süchtig. Aber warum?

Das Problem besteht oft darin, dass die Person nicht durchgängig schlecht zu uns ist. Im Gegenteil, sie kann auch sehr charmant und liebenswert sein. Sie weckt in solchen Momenten Hoffnung in uns. Wir reden uns selbst ein, dass es einen Grund für das miese Verhalten gibt, dass es vielleicht sogar an uns liegt. Unsere Gefühle wachsen gerade in dieser Zeit extrem an. Das mag für Außenstehende mehr als komisch wirken. Wieso sind wir so blöd und lassen das mit uns machen?

Ganz einfach: Weil Ablehnung und Zuneigung in dieser chaotischen Beziehung Hand in Hand gehen. Der Partner lässt uns mal näher an ihn heran und stößt uns im nächsten Moment wieder qualvoll von sich weg. Dieses Spiel wiederholt er wie einen verdammten Teufelskreis. Verantwortlich für unseren Leichtsinn und unsere Naivität ist ein giftiger Cocktail an Emotionen und Hormonen, der in uns brodelt. Dopamin, Oxytocin, Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin und Serotonin spielen uns übel mit.

Was genau sich hinter diesen chemischen Bindungen verbirgt, erklären wir dir im Folgenden!

Dopamin:

Dopamin wird bei positiven Erlebnissen ausgelöst. Das kann ein romantisches Date sein, ein schönes Abenteuer, aufmerksame Geschenke oder rührende Worte. Als Neurotransmitter steuert es das Vergnügungszentrum unseres Gehirns. In diesem Prozess schaltet es in uns automatische Assoziationen, sodass wir unseren Partner mit Freude und Vergnügen in Verbindung setzen. Das Problem an der Sache ist, dass diese Neurotransmitter falsche Hoffnungen in uns freisetzen. Wir denken in schwierigen, oft schmerzhaften Zeiten, dass der Partner ja auch anders kann. Dass wir doch schon so tolle Sachen mit ihm erlebt haben und halten somit weiterhin an der Person fest. Es ist mit einem Glücksspiel zu vergleichen. Wir haben einmal einen kleinen Gewinn bekommen und spielen weiter, weil wir doch eigentlich ein Händchen dafür haben und bald können wir nochmal gewinnen, vielleicht sogar noch mehr.

Wenn wir also eine solche toxische Person in unserem Leben haben – das muss nicht mal zwangsweise der Partner sein, sondern kann auch im Freundeskreis vorkommen – lassen wir uns von dem Risiko, von der „Gefahr“ verführen. Dadurch, dass wir den nächsten Schritt nicht vorhersehen können, wird die Person für unser Gehirn interessant. Logischerweise erfüllt ein guter Partner diese Erfüllung nicht. Denn er ist vorhersehbar, wir wissen meist, was wir von ihm erwarten können. Der schlechte Partner dagegen lässt uns eine wahre Achterbahn erleben – mal fahren wir hoch, dann wieder tief.

Ein weiterer besonderer Faktor ist Oxytocin, welches auf ganze andere Weise wirkt und oft noch stärkere Kraft hat…

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.